Siehe, das ist mein Knecht,
den ich stütze;

das ist mein Erwählter,
an ihm finde ich Gefallen.

– Fehlt diesem Erwählten nicht alles,
um zu herrschen: Unempfindlichkeit,
Härte, einflussreiche Freunde,
eine gut geölte Kriegsmaschinerie?

Er bringt den Nationen das Recht.
Er schreit nicht und lärmt nicht
und lässt seine Stimme
nicht auf der Gasse erschallen.

Was ist das für eine Macht,
die keine andere Grundlage hat
als den stillen Einsatz
für die Schwachen und Bedrängten?

Ich fasse dich an der Hand ...,
um blinde Augen zu öffnen,
Gefangene aus dem Kerker zu holen
und die im Dunkel sitzen, aus der Haft.

Der Glaube fragt anders:
Kann der scheitern,
der in seinem Handeln
Gott gleicht?

 

Dorothee Sandherr-Klemp (zu Jes 42,5a.1-4.6-7)
aus: Magnificat. Das Stundenbuch, 01/2020, Verlag Butzon & Bercker, Kevelaer; www.magnificat.de In: Pfarrbriefservice.de