Liebe Schwestern und Brüder!

Die Gottesdienste in unseren beiden Pfarrkirchen haben wieder begonnen, wenn auch unter erschwerten Bedingungen. Es wird wohl noch viel Zeit vergehen, bis wir wieder – wie vor dem Verbot öffentlicher Gottesdienste – miteinander feierlich oder gar festlich Eucharistie feiern können. Wir müssen nun lernen, uns mit den staatlichen Vorgaben und ihren bischöflichen Umsetzungen zu arrangieren und das Beste daraus zu machen. Das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes, an dem Sie so gerne herumzupfen, die Abstandregel von 2m in alle Richtungen und das Desinfizieren der Hände sind leider Grundvoraussetzungen, um wieder die Hl. Messe öffentlich feiern zu können.

Glauben Sie mir, es ist auch für mich nicht gerade erhebend, in vermummte Gesichter zu schauen und bei der Predigt aufgrund fehlender Mimik nicht zu wissen, wie Sie gerade auf den einen oder anderen Satz reagieren.
Auch wenn wir auf vieles Liebgewonnen , wie das Familiengebet, die Hl. Messen in den Dorfkapellen und in St. Ägidius, das „normale“ Beichten im Beichtstuhl und anderes, im Moment verzichten müssen, so sollten wir doch alle versuchen, wenigstens diejenigen Gottesdienstformen, die gerade möglich sind (Hl. Messe, Maiandacht, Anbetung, Beichte in der Beichtkapelle) wahrzunehmen und sie mit Leben zu erfüllen.
Vom ersten Wochenende mit seinen Gottesdiensten lassen sich noch keine Rückschlüsse auf den künftigen Gottesdienstbesuch und eine etwaige Änderung der Gottesdienstordnung ziehen. Wir alle müssen uns erst wieder daran gewöhnen, zum Gottesdienst gehen zu können. Bis Pfingsten wird sich hier sicherlich alles wieder eingespielt haben.
Der Kommunionempfang, so denke ich, ist durch die Verwendung der sog. „Kölner Scheibe“ und die vorausgehende Handdesinfektion ein den Vorgaben entsprechendes, sicheres und den Umständen entsprechend würdiges Kommunizieren.
Noch ein Wort zur Beichte: Natürlich ist es ungewohnt, in der leeren Beichtkapelle zu sitzen oder zu knien und durch einen Vorhang mit dem Beichtvater zu sprechen, auch für den Beichtvater. Bitte glauben Sie es mir: Die Anonymität wird durch diesen wirklich dicken, blickdichten, in vier Lagen hängenden Vorhang gewahrt. Versuchen Sie es einfach wieder. Einige haben es schon ausprobiert und haben positive Rückmeldungen gegeben. Damit Sie nicht bei mir, dem Ortspfarrer, beichten müssen, stehen am Samstag, 23. Mai Pfarrer Markus Bruckner und am Samstag, 30. Mai Msgr. Martin Neumaier jeweils von 15:00 Uhr bis 16:00 Uhr zu Ihrer Verfügung!
Die Zeit für die Osterbeichte geht noch bis Samstag, 30. Mai!
Sehr gerne können Sie telefonisch oder per Email Intentionen für Hl. Messen bestellen oder für Polen in Auftrag geben. Werfen Sie den dafür vorgesehenen Betrag (5,00 € pro Messintention) in einem verschlossenen Umschlag mit ihrem Namen in den Briefkasten des Pfarrbüros in Kirchenlaibach oder in die Kollektenkörbchen in Mockersdorf.
Zur Zeit arbeiten wir fieberhaft daran, das Pfarrbüro für Sie wieder zu öffnen und gleichzeitig die Vorgaben einzuhalten. Über eine etwaige Öffnung werden Sie zeitnah im Pfarrbrief und in der Tagespresse informiert.
Bei Todesfällen können wir nun wieder mit Auflagen Aussegnung, Requiem und Beerdigung feiern. Beim Requiem regelt das Fassungsvermögen der jeweiligen Pfarrkirche die Teilnehmerzahl, auf dem Friedhof sind 50 Personen in einem Abstand von 1,50m erlaubt. Den Zeitpunkt von Aussegnung, Requiem und Beerdigung dürfen wir nach wie vor nicht veröffentlichen, um keinen unkontrollierbaren Zustrom von Trauergästen zu haben. Weihwasssergabe und Erdwurf sind weiterhin nicht möglich, da hier der hygienische Aufwand zu groß wäre.
Die Kollekte des jeweiligen Gottesdienstes erbitten wir beim Betreten oder Verlassen der Kirche in die jeweils aufgestellten Körbchen. Bitte bedenken Sie bei der Höhe Ihrer Gabe, dass wir in der Schließungszeit auf Ihre Gaben verzichten mussten und diese nun fehlen. Vergelt´s Gott für Ihr Verständnis und Ihre Gabe!
Sollten Sie Anregungen, Hinweise für oder Fragen an uns haben, so zögern Sie nicht, uns im Pfarrbüro anzurufen, per Email anzuschreiben oder nach dem Gottesdienst in die Sakristei zu kommen.
So wünsche ich Ihnen von Herzen noch gesegnete Tage der Osterzeit und eine gute Vorbereitung auf das Pfingstfest. Das Geburtsfest der Kirche möge auch uns mit der Kraft und Stärke des Heiligen Geistes erfüllen, Kraft geben, die Widrigkeiten des Alltags zu meistern und gestärkt aus dieser Krise hervorzugehen.
Es segne und beschütze Sie und Ihre Lieben der allmächtige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.
Gelobt sei Jesus Christus!
Ihr Pfarrer
Sven Grillmeier